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  Datum
Wochentag Veranstaltungsort Thema Zielgruppe Frei Verfügbarkeit Details
  03.06. - 28.11.2020 Mittwoch/
Samstag
Dortmund Ärztlich begleitete Tabakentwöhnung Ärzte_innen, Psychologische Psychotherapeuten_innen und Zahnärzte_innen 23
Termin
Mi, 03.06.2020 16:00 - 19:30 Uhr
Mi, 14.10.2020 14:00 - 18:00 Uhr
Sa, 28.11.2020 09:00 - 17:00 Uhr

Veranstaltungsort

Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
Robert-Schimrigk-Str. 4-6
44141 Dortmund

Teilnehmergebühren

Arbeitslos/Elternzeit 585,00 €
Mitglied der Akademie für medizinische Fortbildung 649,00 €
Nichtmitglied der Akademie für medizinische Fortbildung 715,00 €

Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Ralf Demmel
Dr. med. Dieter Geyer

Anzahl der verfügbaren Plätze
23

Kontakt
Christoph Ellers
 Telefon 0251 929 2217
 christoph.ellers@aekwl.de


Ärztlich begleitet Tabakentwöhnung inkl. Tabakentwöhnung mit strukturiertem Behandlungsprogramm gem. Curriculum der Bundesärztekammer

Inhalt

Modul I – Das Tabakproblem im gesellschaftlichen Kontext, Strategien der Tabakkontrollpolitik und ärztliche Interventionsmöglichkeiten (2 UE)

Kompetenzziel
Der Teilnehmer kann das Tabakproblem im gesellschaftlichen Kontext darstellen und die Strategien der Tabakkontrollpolitik erläutern, er kennt die unterschiedlichen Tabakprodukte, deren Wirkung und Verbreitung und kann ärztliche Interventionsmöglichkeiten beschreiben und bewerten.

Themen
  • Geschichte des Tabakkonsums
  • Ursachen und Zusammenhänge der Verbreitung des Tabakkonsums in der Bevölkerung
  • Einfluss und Bedeutung der Tabakindustrie
  • Verbreitung und Wirkung von Tabakprodukten und neuen Raucherzeugnissen
  • Maßnahmen der Tabakkontrollpolitik
  • Zielsetzung und Bedeutung des Tabakkontrollabkommens (FCTC)
  • gesetzliche Bestimmungen zur Tabakkontrolle in Deutschland
  • Rolle und Möglichkeiten des Arztes in der Raucherberatung bzw. Tabakentwöhnung

Modul II – Gesundheitliche Folgen des Tabakkonsums und des Rauchstopps (2 UE)


Kompetenzziel
Der Teilnehmer kann die Wirkungen des Tabakkonsums auf verschiedene Organsysteme darlegen. Er versteht, welche Krankheiten und Gesundheitsrisiken durch das Rauchen hervorgerufen und wie bestehende Krankheiten in ihrem Verlauf negativ beeinflusst werden. Er kann die gesundheitsförderlichen Folgen eines Rauchstopps ableiten.

Themen
  • Inhaltsstoffe von Tabak- und Passivrauch und deren Eigenschaften
  • Auswirkungen von Tabakrauch und Passivrauch auf den Organismus und daraus resultierende gesundheitliche Beeinträchtigungen (Pathophysiologie),
  • durch Tabakkonsum hervorgerufene Krankheiten und deren Auswirkung auf die Lebenserwartung
  • Entzugssymptome bei Tabakentwöhnung
  • gesundheitliche Folgen des Rauchstopps 

Modul III – Grundlagen der Tabakabhängigkeit (2 UE)

Kompetenzziel
Der Teilnehmer kann erklären, welche verschiedenen Einflüsse und Faktoren dazu führen können, dass jemand mit dem Rauchen beginnt. Er kann die Wirkungen des Nikotins auf das Gehirn beschreiben und ableiten, warum Nikotin körperlich und psychisch abhängig macht. Er kann Gründe für die Aufrechterhaltung des Tabakkonsums nennen, erkennen physische und psychische Aspekte einer Tabakabhängigkeit erkennen und deren Besonderheiten benennen.

Themen
  • durch das Rauchen bedingte Kausalzusammenhänge für die Entstehung physischer und psychischer Abhängigkeitsfaktoren.
  • bio-chemischen Abläufe und Wirkungen des Nikotins nach der Aufnahme in den Körper.
  • Toleranzentwicklung und Craving-Phänomene durch Nikotinzufuhr
  • verhaltenspsychologische Erklärungen für die Entwicklung und Aufrechterhaltung einer Tabakabhängigkeit
  •  Zusammenspiel von physiologischen, psychologischen und sozialen Faktoren des Tabakkonsums und der Tabakabhängigkeit
  • Methoden zur Bestimmung der Tabakabhängigkeit (ICD-11, DSM, Diagnostik der Tabakabhängigkeit)


Modul IV – Methoden der Tabakentwöhnung (4 UE)

Kompetenzziel
Der Teilnehmer kann die Qualität eines Entwöhnungsangebotes anhand von Qualitätskriterien einschätzen, die jeweilige Evidenzlage, Wirkungsweise und den möglichen sinnvollen Einsatz einer Entwöhnungsmethode benennen und beurteilen, das Stadienmodell der Veränderungsbereitschaft erläutern, die Merkmale einer motivierenden Beratung anhand der „5 A's“ und „5 R's“ darstellen, die Ziele der ärztlichen Intervention in der Tabakentwöhnung benennen, die Indikation für und die Wirkungsweise von Nikotinersatzpräparaten und anderen Substanzen zur medikamentösen Unterstützung der Tabakentwöhnung beschreiben und Problemgruppen für die Tabakentwöhnung und deren Besonderheiten benennen.

Themen 
  • Qualitätskriterien für die Beurteilung von Methoden zur Tabakentwöhnung
  • Überblick über bestehende Methoden sowie deren Wirksamkeit und Indikation und Informationen zu anderen, nicht leitlinienkonformen Entwöhnungsangeboten
  • theoretische Grundlagen verhaltenstherapeutischer Ansätze 
  • Rückfallmanagement, Problemlösetraining, Fertigkeitentraining, soziale Unterstützung
  • Wirkungsweise und Anwendung von Nikotin- bzw. Tabakersatzpräparaten sowie anderer Medikamente zur Unterstützung bei der Entwöhnung
  • Kritische Diskussion von E-Zigarette und Folgeprodukten
  • Besonderheiten der Tabakentwöhnung bei speziellen Patientengruppen


Modul V - Patientenansprache, Diagnose und Intervention (8 UE)
Vermittlung von Handlungskompetenz in praktischen Übungen (u. a. Rollenspiele mit Videoaufzeichnungen, Fallvignetten)

Kompetenzziel
Der Teilnehmer kann eine Anamnese zum Rauchstatus erheben und die Ergebnisse bewerten, verschiedene Subgruppen von Rauchern identifizieren und auf ihre Besonderheiten eingehen, grundlegende Elemente der motivierenden Gesprächsführung in die Praxis umsetzen, Gesprächs- und Beratungstechniken zur Förderung der Motivation anwenden, differentielle Indikationen für eine medikamentöse Unterstützung prüfen, entsprechend dem Anamnesestatus eine geeignete Intervention bzw. Entwöhnungstherapie durchführen.

Themen
  • Anamnese, Diagnostik und Indikationserstellung
  • Ansprache und Intervention
  • Motivierende Gesprächsführung
  • Gesprächs- und Beratungstechniken


Modul VI - Implementierung der Tabakentwöhnung (2 UE) 

Kompetenzziel
Der Teilnehmer kann in seinem unmittelbaren Arbeitsumfeld in der Praxis oder Klinik geeignete Maßnahmen zur Durchführung der Tabakentwöhnung implementieren.

Themen
  • notwendige Elemente zur Implementierung und Durchführung einer nachhaltigen Tabakentwöhnung
  • Maßnahmenpläne
  • geeignete Hilfsmittel für die Durchführung der Raucherberatung
  • Organisationen, Beratungsstellen und Informationsquellen zur Tabakentwöhnung 


Modul VII - Tabakentwöhnung mit strukturiertem Gruppenprogramm gemäß § 20 SGB V (8 UE)

Kompetenzziel
Der Teilnehmer kann ein strukturiertes Tabakentwöhnungsprogramm als Kursleiter im Gruppensetting durchführen.

Themen
  • Qualitätsgesicherte Elemente eines strukturierten Tabakentwöhnungsprogramms
  • Konzeption eines strukturierten Tabakentwöhnungsprogramms (Stundenaufbau mit Zielen, Methoden und Inhalten, Teilnehmerunterlagen)
  • Ablauf und Wirkungsweise von Gruppenprozessen, Anleitung und Moderation einer Gruppe, Fördern von Motivation und Aktivität, Nutzung der Gruppenressourcen, Umgang mit schwierigen Situation
  • Kursorganisation und praktische Umsetzung


Ziele
Nach epidemiologischen Studien sind in Deutschland ca. 14 % der Todesfälle tabakassoziiert. Jährlich sterben ca. 120.000 Menschen in Deutschland an Krankheiten, die durch das Rauchen mitverursacht werden. Dies entspricht mehr als 300 Toten täglich. Hinzu kommen schätzungsweise 3.300 Todesfälle durch Passivrauchen (DKFZ, Tabakatlas Deutschland 2015).

Wissenschaftliche Studien zeigen eine gute Wirksamkeit einer Raucherberatung und Tabakentwöhnung durch Ärzte. Allerdings ergaben Befragungen, dass sich eine Mehrzahl von Ärzten nicht ausreichend für die Durchführung einer solchen Maßnahme qualifiziert fühlt.

Ziel des vorliegenden Curriculums ist es, Ärzten detaillierte Informationen zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und den gesundheitlichen Aspekten des Tabakkonsums zu vermitteln sowie ihre Kenntnisse für eine erfolgreiche Ansprache, Motivierung und Therapie rauchender Patienten zu vertiefen. Darüber hinaus soll es eine praktische Anleitung zur Durchführung geeigneter und leitlinienkonformer Raucherberatungen und Entwöhnungsbehandlungen in der Gruppe oder im Einzelsetting in ärztlicher Praxis oder Klinik vermitteln sowie eine Abgrenzung nicht geeigneter Methoden ermöglichen.

Zielgruppe
Ärzte_innen, Psychologische Psychotherapeuten_innen und Zahnärzte_innen

eLearningzeiten
Die eLearningphase (12 UE) findet zwischen der I. Präsenzveranstaltung und der II. Präsenzveranstaltung statt.

Abschluss/Lernerfolgskontrolle
Die Teilnehmer_innen der curricularen Fortbildung "Ärztlich begleitete Tabakentwöhnung inkl. Tabakentwöhnung mit strukturiertem Behandlungsprogramm" schließen diese Fortbildung mit einer Lernerfolgskontrolle über das Lernmanagement-System (ILIAS) der Ärztekammer Westfalen-Lippe ab.

Referenten

PD Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Ralf Demmel
Christoph Ellers
Dr. med. Dieter Geyer